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Aktuelles/Presse

11. September 2018

Präsentation der ESFRI Roadmap 2018

Pressemeldung

eLTER goes ESFRI

Das Europäische Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI – European Strategy Forum on Research Infrastructures) präsentierte im Rahmen der ESFRI-Konferenz, die von 10. bis 11. September 2018 in Wien abgehalten wird, die Roadmap 2018. Dabei wurden 6 neu aufgenommene Projekte vorgestellt, von denen eines die Forschungsinfrastruktur für Langzeit-Ökosystemforschung (eLTER RI) ist.

 

 

Exzellente Infrastrukturen sind essenziell für den Forschungs- und Innovationsstandort Europa und damit auch das erklärte Ziel der „Roadmap“ des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI). Die Roadmap 2018 wurde heute präsentiert und enthält 18 ESFRI-Projekte mit 6 neuen Einträgen in den Bereichen Energie, Umweltforschung, Gesundheit und Ernährung sowie soziale und kulturelle Innovation. Zum ersten Mal konzentrierte sich das ESFRI auf die breiten Auswirkungen, die spezifische Forschungsinfrastrukturen auf alle Bereiche von Wissenschaft und Wissen haben. Ebenso wurden neue Bereiche mit hohem strategischem Potenzial im Bereich der sozialen und kulturellen Innovation identifiziert.

 

Hohe österreichische Beteiligung an ESFRI-Projekten

Österreich beteiligt sich sehr erfolgreich an zahlreichen ESFRI-Projekten und ist sogar Sitzland der europäischen Biobankenforschungsinfrastruktur BBMRI. „Es ist uns eine große Freude, dass die neue ESFRI Roadmap im Rahmen unserer EU-Ratspräsidentschaft vorgestellt wird. Im globalen Wissens- und Innovationswettbewerb benötigt Europa eine enge Zusammenarbeit in Forschung und Innovation in einem leistungsfähigen, offenen und attraktiven gemeinsamen Forschungsraum. Europäische Forschungsinfrastrukturen leisten dabei einen wichtigen Beitrag“, so Sektionschefin Barbara Weitgruber aus dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, wo zurzeit die Fäden für Österreichs Ratsvorsitz in Forschung und Innovation zusammenlaufen.

 

eLTER RI ‒ Forschungsinfrastruktur für Langzeit-Ökosystemforschung

Eines der neu aufgenommenen Projekte ist die Forschungsinfrastruktur für Langzeit-Ökosystemforschung (eLTER RI). Die langjährigen Vorbereitungen wurden federführend vom deutschen Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und dem österreichischen Umweltbundesamt geleitet, die schon jahrzehntelange Erfahrung in der Erforschung von Ökosystemen vorweisen können. eLTER RI bietet einen einzigartigen ganzheitlichen und systemischen Ansatz zur Beobachtung und Analyse der Umwelt. Das umfasst biologische, geologische, hydrologische und sozial-ökologische Perspektiven von einzelnen, kleinräumigen Untersuchungsflächen bis zur Landschaftsskala.

 

Dazu erklärt Josef Plank, Generalsekretär des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus: „Was CERN für die Physik ist, leistet eLTER für die Natur. eLTER schafft eine Brücke zwischen Umweltmonitoring und Umweltforschung. Auf den unterschiedlichen Standorten werden Veränderungen beobachtet und Zusammenhänge erforscht, die für Lösungen komplexer Probleme entscheidend sein können. Und wir gehen davon aus, auch für die Risikobewertung globaler Umweltveränderungen wesentliche Erkenntnisse zu gewinnen.“

 

In den nächsten Jahren wird eLTER RI gemeinsam mit wissenschaftlichen Nutzer/innen und Stakeholder/innen detailliert technisch und finanziell geplant. Parallel dazu werden Verhandlungen mit den teilnehmenden Ländern geführt und die formale Organisation aufgesetzt.

 

Weitere Informationen

Mag. Ingeborg Zechmann, ingeborg.zechmann@umweltbundesamt.at, 01/31304-5413

eLTER RI

 

25. – 26. Juni 2018

LTER-Austria Jahreskonferenz 2018

Hotel Spirodom

Eichenweg 616, 8911 Admont

Anmeldung
Programm und Informationen

 

7. November 2017

Workshop der LTSER Plattform Eisenwurzen

Nationalpark Besucherzentrum/Technologie- und Dienstleistungszentrum Ennstal

Eisenstraße 75, 4462 Reichraming

Einladung
Programm
Anmeldung

 

6. November 2017

Luft – Wald – Boden – Wasser: 25 Jahre Umweltbeobachtung am Zöbelboden, Nationalpark Kalkalpen

Nationalpark Besucherzentrum/Technologie- und Dienstleistungszentrum Ennstal

Eisenstraße 75, 4462 Reichraming

Einladung

 

4. Mai 2017

final logo LTER-CWN

Österreichische Großinitiative zur Erforschung der Effekte von extremen Klimaereignissen auf die Umwelt

Pressemeldung
Press release

 

2. – 3. Mai 2017

LTER-Austria Jahreskonferenz 2017

Biologische Station Neusiedler See

Seevorgelände 1, 7142 Illmitz

Anmeldung
Programm und Informationen

 

2. –  3. März 2016

LTER-Austria Jahreskonferenz 2016

Universität Innsbruck – Institut für Ökologie

Sternwartestraße 15, 6020 Innsbruck

Anmeldung
Programm und Informationen

 

18. – 19. Februar 2015

Internationale LTER-Austria Konferenz

Institut français d’Autriche, Palais Clam-Gallas

Währingerstraße 30, 1090 Wien

Agenda

 

Präsentation des LTER-Austria White Paper 2015

Pressemeldung

Weißbuch zur langfristigen Ökosystem-Forschung in Österreich
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Beitrag zur europäischen und globalen Forschung

(Wien, 19. Februar 2015) Die österreichische Gesellschaft für ökologische Langzeit-Forschung LTER-Austria (Long-term Ecosystem Research) präsentiert im Zuge einer internationalen Konferenz in Wien das neue Weißbuch zur langfristigen Ökosystem-Forschung in Österreich. 

Wenn Österreich den Anschluss an die internationale Entwicklung nicht verpassen will, ist es dringend nötig, Infrastrukturen und Projekte der Ökosystem-Forschung nachhaltig sicherzustellen.

Nur wenn Ökosysteme funktionieren, können sie als Lebensgrundlage dienen. Obwohl die nachhaltige Sicherung von Ökosystem-Leistungen und Anpassungen an den globalen Wandel international hohe politische Priorität haben, sind die Rahmenbedingungen für die Ökosystem-Forschung in Österreich noch unzureichend. Rahmenprogramme mit Schwerpunkt Umwelt- und Ökosystem-Forschung fehlen weitgehend, eine langfristige Sicherung der Forschungsstandorte steht dringend an.

 

 

Europäische Vernetzung und konzertierte Finanzierung erforderlich

“Die Umwelt- und Ökosystem-Forschung benötigt technische Einrichtungen und eine effiziente Organisation, um der Natur auf den Puls zu fühlen, so die AutorInnen des Weißbuches. Um im europäischen Forschungsraum mitspielen zu können, ist eine koordinierte Vorgangsweise erforderlich „Wir schlagen einen Forschungscluster vor, der die Aktivitäten und Infrastrukturen in Österreich abstimmt und vernetzt. Für einen solchen Verbund von Standorten und Forschungsaktivitäten ist es wichtig, eine national abgestimmte, verteilte Finanzierung einzurichten“, erläutert Michael Mirtl, Präsident von LTER-Austria und Leiter der Abteilung Ökosystem-Forschung im Umweltbundesamt. „Nur, wenn wir unsere Standorte integriert für unterschiedliche Aktivitäten wie Langzeit-Beobachtung und Experimente nutzen, können wir als kleines Land effizient zum Europäischen Forschungsraum beitragen“, ergänzt Michael Bahn, Vize-Präsident von LTER-Austria und Professor an der Universität Innsbruck.

 

 

Ökologische Langzeit-Forschung

Wie reagieren Ökosysteme auf verschiedenen Ebenen – von lokal bis global – über Jahrzehnte und Jahrhunderte auf unterschiedliche Einflussfaktoren wie Klimawandel, invasive Arten, Stoffeinträge oder menschliche Nutzung – das ist die zentrale Frage der ökologischen Langzeit-Forschung. Welche Eigenschaften ermöglichen ihnen die Anpassung an Stress, wie werden Störungen abgefangen und ab wann erfolgen irreversible Veränderungen? In kurzfristigen Studien von zwei bis drei Jahren Laufzeit können die meisten Auswirkungen von Umwelt-Veränderungen kaum oder gar nicht erkannt und richtig interpretiert werden. Umweltrelevante Langzeit-Messreihen liefern wichtige Informationsgrundlagen für politische Entscheidungsprozesse. So haben etwa die Luftschadstoffmessungen in den 1970er und 1980er Jahren deutlich den Anstieg an Luftschadstoffen gezeigt. Dies führte zu einem Bleiverbot im Benzin und einer Reduktion des Schwefelanteils im Heizöl. Die Ökosystem-Forschung untersucht die Wirkung solcher politischen Maßnahmen und thematisiert dabei auch neue Herausforderungen, die sich etwa aus dem Klimawandel ergeben.

 

 

LTER-Austria

Die österreichische Gesellschaft für ökologische Langzeit-Forschung LTER-Austria wurde 2002 gegründet. Ihre Projekte tragen der Notwendigkeit einer vergleichbaren Langzeit-Beobachtung von Ökosystemen im globalen Wandel auch organisatorisch Rechnung. Die 35 registrierten österreichischen LTER-Standorte und die knapp 20 Institutionen in LTER-Austria bilden eine gut organisierte Basis für eine nationale Umweltforschungs-Infrastruktur. Das LTER-Austria Weißbuch 2015 beschreibt Themenbereiche und Projekte des österreichischen LTER-Netzwerks und skizziert den Fahrplan in diese Richtung.

LTER-Austria Mitglieder stammen u.a. aus folgenden Organisationen: Universität für Bodenkultur Wien, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Karl-Franzens-Universität Graz, Joanneum Research, Paris-Lodron Universität Salzburg, Universität Innsbruck, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Umweltbundesamt, Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft, Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein, Nationalpark Gesäuse, Nationalpark Oberösterreichische Kalkalpen, Biologische Station Neusiedler See, WasserCluster Lunz, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Universität Wien und das Wildnisgebiet Dürrenstein.

LTER-Austria wird aus den internationalen Programmen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften finanziert und im Rahmen des Nationalkomitees für Global Change durchgeführt.

LTER-Austria ist Mitglied von LTER-Europe, dem europäischen Netzwerk für ökologische Langzeit-Forschung. LTER-Europe vernetzt zirka 400 Forschungsstandorte in Europa, 100 Institutionen und eine Vielzahl von Forschungsprojekten in 24 nationalen Netzwerken. LTER-Europe erforscht die Bandbreite europäischer Ökosysteme von arktischen und alpinen bis zu mediterranen Standorten und ist selbst Teil des globalen LTER Netzwerkes, ILTER.

 

 

Weitere Informationen

Mag. Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel: 01/31304-5488, sabine.enzinger@umweltbundesamt.at

Prof. Dr. Michael Bahn, Universität Innsbruck, Tel. 0512/ 507–5905, michael.bahn@uibk.ac.at

 

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